Zu Ende des 18. Jh.s kam er als „Musicus“ nach Pressburg, wo er heiratete. Zu Beginn des 19. Jh.s gründete er hier eine Werkstatt zur Fertigung von Blasinstrumenten. 1807 erteilte ihm der Magistrat das Bürgerrecht. Es ist nicht bekannt, wo Sch. in der Lehre war. In Sch.s Werkstatt wurden tausende Instrumente gebaut, hauptsächlich Blas- und Schlaginstrumente (Querflöten, Blockflöten, Piccoloflöten [Flöte], Oboen, Klarinetten, Fagotte, Kontrafagotte, Waldhörner [Horn], Trompeten, Englischhörner, Bassetthörner, Serpente, Csakane, Tamburine, Glockenspiele, Becken). Er lieferte Musikinstrumente zum Großteil für Militärkapellen (Militärmusikkapelle) auch außerhalb Österreich-Ungarns. Er arbeitete durchschnittlich mit zwölf Gesellen und Gehilfen, angeblich vierzehn Stunden täglich. Er hatte sein eigenes Orchester und war Mitglied des Kirchenmusikvereines in Pressburg. 1839 war V. F. Červený Geselle bei Sch. Zu Beginn baute Sch. nur Holzblasinstrumente. Blechblasinstrumente baute für ihn (bis 1824) sein Geselle Engelbert Lausmann oder er bestellte diese in Wien. 1839 inserierte Sch. jedoch bereits Instrumente jeglicher Art und widmete sich auch der Reparatur von Streichinstrumenten. 1815 verbesserte er das Blasinstrument Tsakan (tsákany, csákany, Czakan), eine neue Form der Blockflöte (er änderte die Mensur und verkleinerte die Öffnung für den Daumen). Um 1820 erfand er das Instrument Furollya, welches die Länge einer normalen Flöte hatte und einen Bereich vom kleinen g bis zu den höchsten Flötentönen umfasste. Zusammen mit seinem Sohn Johann konstruierte er (ca. 1838/39) ein neues Instrument, Tritonikon, ein Kontrabass-Blasinstrument aus Kupferblech, versehen mit einem Fagott-Mechanismus und 15 Klappen (Bereich von kontra D bis klein f), „von Piano bis zur sechsfachen Stärke des Kontra-Fagott“ spielbar. Das Instrument bestand aus fünf Teilen und war 4,56 Meter lang. Sch. widmete sich auch der Vervollkommnung der Stimmung von Blasinstrumenten (1831), er hat „eine Vorrichtung an dem Zugrohr angebracht, wodurch, bey Verlängerung oder Verkürzung dieses Rohres, die augenbliche Stimmung bewirkt werden kann. Diese Vorrichtung ist bey allen Blasinstrumenten anwendbar“.
Sein Sohn Johann: * 15.8.1810 Pressburg, † 13.5.1882 Pressburg. Schon 1831 versuchte er, das Bürger- und Meisterrecht zu erwerben, erhielt es jedoch erst 1844 als „Blas-Instrumentenmacher“. Nach dem Tod des Vaters übernahm er die Leitung des Betriebes. Es wurden weiter Instrumente insbesondere ins Ausland, an Militärgarnisonen und Musikanten in ganz Europa geliefert.
Lit: Z. Hrabussay in Hudobnovedné štúdie 5 (1961); L. G. Langwill, An Index of Musical Wind-Instrument Makers 1972; H. Moeck in Studia instrumentorum musicae popularis 3 (1974); E. Duka-Zólyomiová, Vývoj hudobného nástrojárstva v Bratislave do roku 1918, Dipl.arb. Bratislava 1978; E. Szórádová in Slovenská hudba 25/3–4 (1999); E. Szórádová in Alta musica 22 (2000); E. Szórádová in F. Brusniak/K.-P. Koch (Hg.), [Kgr.-Ber.] Wege der Bläsermusik im südöstlichen Europa. Bad Aarolsen 2001, 2004.
ESz