Rühm, Gerhard
* 12.2.1930 Wien. Dichter, Komponist und Pianist.

Studierte bis 1952 an der Wiener MAkad. Klavier (bei B. Seidlhofer) und Komposition. Aufenthalt im Libanon, Beschäftigung mit orientalischer Musik. 1953/54 nahm er Privatunterricht bei J. M. Hauer, dessen Werke er erstmals einspielte. 1952 war er Mitbegründer der Wiener Gruppe um H. C. Artmann. 1964–75 war er in Berlin tätig. An der Hsch. für bildende Künste in Hamburg/D hatte er 1972–95 eine Professur für freie Graphik und künstlerische Grenzbereiche. 1978–83 Präsident der Grazer Autorenversammlung. Zahlreiche Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen. R. entwickelte experimentelle, intermediale Formen von auditiver Poesie und (Einton-)Musik. In seinen „Tondichtungen" wird jeder Silbe ein Ton auf der Klaviatur zugeordnet. Seit 1976 mit der Musikwissenschaftlerin Monika Lichtenfeld verheiratet.

P: Förderungspreis der Zentralsparkasse Wien 1961; Österr. Würdigungspreis f. Literatur 1976; Preis der Stadt Wien 1984; Ehrenmedaille in Gold der Stadt Wien 1991; Großer Österr. Staatspreis f. Literatur 1991.

W: Lautgedichte; visuelle Musik und Poesie; Operette der schweissfuss [T: Konrad Bayer/G. R.] 1962; Zyklus wiener lieder [T: G. R.] 1958–75; Chansons; Bearbeitungen.

Schr: Botschaft an die Zukunft. Gesammelte Sprechtexte 1988; (Hg.), Die Wr. Gruppe. Texte, Gemeinschaftsarbeiten, Aktionen 1995.

Lit: MaÖ 1997 [mit WV]; NGroveD 21 (2001); KdG 2 (1992); ÖL 1995; H. Weber (Hg.), Komponisten Lex. 22003; MGÖ 3 (1995).

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