Rieder, Familie
Karl: * 1819 Wien, † 1886 Wien. Volkssänger, Gitarrist.

Ab 1838 in Wien als Volkssänger tätig (u. a. bei den Gesellschaften Johann Fruholz, Herzog und J. Fürst). Er war mit der Sängerin und Jodlerin „Kiesel-Marie“ verheiratet.

W: Singspiele, Soloszenen (Die belauschte Sängerin, Schuastabua und Kärntnermadl, Der Maskenball, Die Steirerbuam), Couplets, Duette.

Lit: J. Koller, Das Wr. Volkssängertum 1931; F-A 1936.

Seine Töchter Kathi (* 1861) und Anna (verh. Wermer; * 1862) reisten als Kinder mit dem Zitherspieler Kittel (einem Onkel der Sängerin H. Kittel) und traten auch bei adeligen Gesellschaften auf. Später waren sie als die „Goldamseln“ und R.-Madeln“ bekannt und mit dem Repertoire ihres Vaters in E. Danzers Orpheum überaus erfolgreich. Kathi heiratete den Volkssänger J. Armin, und eine Zeit lang trat man mit Armin als Komiker zu dritt auf. Nach Annas Heirat löste sich das Terzett auf, und Kathi wirkte mit ihrem Mann in der Gesellschaft Hirsch.

Lit: J. Koller, Das Wr. Volkssängertum 1931.

Sein Großneffe Karl: * 30.3.1898 Wien, † 20.11.1973 Wien. Erster Klavierunterricht vom Vater, dem Zithervirtuosen Maximilian R., der das 1. Wiener Zitherorchester gegründet hatte, mit dem er bei der Pariser Weltausstellung die Goldene Medaille erhalten hatte. 1940–57 betätigte sich K. R. hauptberuflich als Musiker (Akkordeonspieler, Pianist), Akkordeonlehrer an der Wiener Volkshochschule.

P: Goldener Ehrenring und Diplom für Verdienste um die Volksmusik.

W: Lieder (Unser Vater Johann Schrammel, Unsere Wiener Garde, Mein Wien ist doch die schönste Stadt auf Erden, Das Ruprechtskircherl), Werke für Akkordeon- und Mandolinenorchester, Kinderoperette Die trotzige Susi, Musik zu Das Mädchen mit den Schwefelhölzern und Kasperl im Märchenland.

Lit: Lang 1986; Hauenstein 1979; Slg. Moißl.

BB