Der Sohn eines Geigers kam 1872 nach Frankfurt a. M./D, wo sein Vater im Orchester des Stadttheaters spielte und er am Hochschen Konservatorium ausgebildet wurde. Die stark durch Rich. Wagner und die Neudeutschen dominierte Umgebung am Konservatorium prägte P.s kompositorische Laufbahn. P. begann 1894 seine Karriere als Dirigent und Lehrer in Mainz/D, wo 1895 seine erste Oper (Der arme Heinrich) uraufgeführt wurde. Seine zweite Oper, Die Rose vom Liebesgarten (UA 1901 Elberfeld/D), wurde 1905 auch an der Wiener Staatsoper in einer vielbeachteten Inszenierung durch G. Mahler und A. Roller aufgeführt. 1907 wurde P. Musikdirektor in Straßburg (Strasbourg/F); seine kompositorische Hauptarbeit in diesem für ihn künstlerisch bedeutendsten Lebensabschnitt, die Oper Palestrina, wurde 1917 in München uraufgeführt. Erschüttert durch die Niederlage Deutschlands 1918 und den Verlust des Elsass, glaubte P. im Nationalsozialismus eine neue Chance zu erkennen. 1929–34 unterrichtete P. an der Akademie der Tonkunst in München und wandte sich in zahlreichen Schriften gegen die Neue Musik (v. a. gegen A. Schönberg). Persönliche Schicksalsschläge und ein Entnazifizierungsprozess untergruben seine Gesundheit. 1949 starb P. kurz nach den Feiern zu seinem 80. Geburtstag. P. zählt zu den Hauptkomponisten der Spätromantik in der Nachfolge Wagners, dessen Bühnenwerke, aber auch Lieder sich bis heute im Repertoire halten konnten.
W: 8 Bühnenwerke (Der arme Heinrich, Die Rose vom Liebesgarten, Palestrina); Kantaten und Chorwerke (Von deutscher Seele), Lieder, Orchesterwerke, Sonaten, andere Instrumentalmusik. – Nachlass in A-Wn.
Schr: Gesammelte Schriften 1926–29; Über musikalische Inspiration 1940; Aufsätze und Beiträge in Zss. (v. a. Polemiken gegen die Neue Musik).
P: Ehrenring der Stadt Wien 1944.
G: Ehrengrab der Stadt Wien (Zentralfriedhof); P.-gasse (Wien XXIII).
Lit: NGroveD 19 (2001); ÖL 1995; MGÖ 3 (1995); MGG 10 (1962); Czeike 4 (1995).
ETH