Sohn des Badener Bürgermeisters Jakob P., wurde von C. M. Ziehrer gefördert und legte 1888 in Wien die Staatsprüfung für Musik ab (Violine, Dirigieren, Kompositionslehre). Anschließend war P. 1889–96 Dirigent verschiedener Theaterorchester (u. a. in Krems, Iglau [Jihlava/CZ], Teplitz [Teplice/CZ], Marburg a. d. Drau, 1895/96 am Wiener Carltheater), sodann Kapellmeister im IR Nr. 33 (1896–1905), im IR Nr. 38 (1906–18) und im ungarischen Honved-Regiment Nr. 2 (1920–24); 1924–31 Direktor der Bocskay-MSch. Budapest. Danach lebte P. zurückgezogen in Budapest und widmete sich nur mehr dem Komponieren und Arrangieren. 1945–56 verhinderte das kommunistische Regime Ungarns jede Veröffentlichung seiner Werke.
G: Gedenktafel am Geburtshaus 2004.
P: spanisches Ehrenkreuz I. Klasse 1908 (für den Hochzeitsmarsch für Kg. Alfons XIII.).
W: 1 Oper (Spieluhr), 2 Operetten (Das Zigeunerkind 1915, Ein Moderner in Paris 1917), 1 Ballett (Isis), 3 Intermezzi, 5 Fantasien, 3 Ouvertüren (Freiheitsglocken 1956/57), Märsche, Tänze (Souvenir de Herkulesbad [Walzer] 1903), Lieder; Arrangements f. Symphonie- und Blasorchester.
Seine Schwester Elisabeth (Elsa, Else; verh. Weigl, Weigl-P.): * 16.6.1881 Baden, † 20.6.1943 Wien. Sängerin (Sopran). Erhielt Klavierunterricht von H. M. Wallner und Wanda Tyberg in Baden, Gesang studierte sie bei Auguste Wittek, J. Ress und Marie Seyff-Katzmayr (H. Proch). 1910–13 war sie mit K. Weigl verheiratet (als dessen erste Frau), mit dem sie Liederabende gab. Sie trat auch an der Wiener Staatsoper auf und lebte als (Gymnsial-)Musiklehrerin in Wien.
Sein Enkel ist der Dirigent Frigyes (* 5.3.1957 Budapest), der sich sehr um die Wiederentdeckung der Musik seines Großvaters bemüht.
Lit: Suppan 1994; Lang 1986; J. Damański (Hg.), Die Militär-Kpm. Oesterreich-Ungarn’s 1904; F-A 1936 u. 2 (1978); G. Wichart in in StMw 39; Ulrich 1997 [P., Weigl-P.]; www.pazeller.de; www.klassika.info/Komponisten/Pazeller (6/2004); WStLA (Lehmann-Adressbücher [Weigl], Meldearchiv); pers. Mitt. F. P.; eigene Recherchen.
ChF