Orgel- und Gesangunterricht am Mailänder Konservatorium (u. a. bei Bonifazio Asioli und Giuseppe Scappa), Debüt 1815 in Brescia/I, 1816 am Teatro dei Filodramatici in Mailand. P. entwickelte sich zur bedeutendsten Singschauspielerin ihrer Epoche. Gastspielreisen führten sie 1822–29 neben ihren Auftritten in Italien nach Frankreich, England, Russland, Deutschland und 1829/30 auch nach Wien. 1831 schrieb Vincenzo Bellini die Titelrolle seiner Oper Norma für sie, mit der sie – längere Zeit bereits selten auftretend – auch 1841 ihren frühen Bühnenabschied feierte. Neben Bellini (außer Norma noch La Sonnambula, Beatrice di Tenda) schrieb u. a. auch Gae. Donizetti (Anna Bolena) für P. Ihr Versuch, 1850 in London zumindest auf das Konzertpodium zurückzukehren, war nicht erfolgreich. In regem Kontakt stand sie auch mit G. Rossini, Giuseppe Mazzini und Stendhal (Marie-Henri Beyle) und wurde u. a. von F. Chopin, R. Schumann und F. Grillparzer bewundert. Sie war seit 1816 mit dem auch als Tenor tätigen Advokaten Giuseppe P. (?–1846) verheiratet.
G: Teatro G. P., Saronno.
P: Erste k. Kammersängerin 1830.
Lit: K. Stern, G. P.: a Documentary Biography, Diss. New York 1983; M. Ferranti-Giulini, G. P. e i suoi tempi 1935; K-R 1997, 2000 u. 2002; NGroveD 19 (2001); MGG 10 (1962); Riemann 1961 u. 1975; ÖBL 7 (1978); Wurzbach 21 (1870); MGÖ 2 (1995).
UH