Ortwein, P. Magnus OSB(Josef)
* 3.11.1845 Laatsch im Vinschgau/Südtirol (Laudes/I), † 2.10.1919 Meran/Südtirol (Merano/I). Geistlicher, Lehrer, Komponist.

Sohn eines Lehrers und Organisten, erhielt ersten Musikunterricht vom Vater. 1865 Eintritt ins Benediktinerstift Marienberg bei Mals (Malles Venosta/I), 1866–70 Theologiestudium (1869 Priester). 1870–72 Lehrer für Mathematik, Physik und Gesang am Gymnasium in Meran, studierte O. 1872–76 Germanistik, Latein und Griechisch an der Univ. Innsbruck. Anschließend bis zu seinem Tod als Prof. und Regens chori in Meran tätig, war er 1886–1917 Direktor des Gymnasiums. In seinen Kompositionen verband O. eine von Rich. Wagner beeinflusste Leitmotivtechnik mit altklassischer Polyphonie und zeigte sich als Anhänger des Cäcilianismus (einjähriges Studium an der Kirchenmusikschule in Regensburg/D bei F. X. Witt, Michael Haller und Franz Xaver Haberl).

W: Messen, Gradualien, Offertorien, Hymnen, Lieder.

Schr: Ueber „Sprachgesang“. Zugleich: Eine Beleuchtung des Weber’schen Artikel im Cäcilien-Kalender pro 1883 S. 66-74, 1884.

Lit: ÖBL 7 (1978); J. Lechthaler in Musica Divina 7/11–12 (1919); E. Knapp, Südtiroler Kirchenmusikkomponisten 1974; Weissenbäck 1937.

ChF