Von niederem spanischem Adel, trat O. 1758 als Beamter in Staatsdienste. 1780 wurde er als Registrant am niederösterreichischen Landesgericht angestellt, wo er bis an sein Lebensende tätig war. Als begabter Violinist gehörte er 1771–80 der Wiener Tonkünstler-Societät an und spielte in deren Konzerten. Ab 1766 soll er auch in der Hofkapelle gespielt haben (nicht bei Köchel). Viele seiner Werke wurden handschriftlich unter dem Namen J. Haydns verbreitet, für Fürst Nikolaus I. v. Esterházy komponierte er 1775 die Marionettenoper (Puppentheater) Alceste. Sein Kompositionsstil ist von der Wiener Vorklassik geprägt.
W: Singspiel (Diesmal hat der Mann den Willen), über 70 Symphonien, Violinkonzerte, Streichquartette, Streichtrios; Veröffentlichungen nur in Frankreich.
Lit: NGroveD 18 (2001); MGG 10 (1962); Riemann 1975; A. P. Brown, C. d'O. 1734–1786. A Thematic Catalog 1978; Wurzbach 21 (1870) [Ordonnez]; Mendel-R. 7 (1877) [Ordinetz]; EitnerQ 7 (1902); GerberATL 2 (1792) [Ordonitz]; Stieger II/3 (1978); MGÖ 2 (1995); E. Hanslick, Gesch. des Concertwesens in Wien 1 (1869), 112f; Köchel 1869.
ChF