Ab 1944 Violin- und Klavierunterricht. Studierte 1954–62 an der Wiener MAkad. Komposition (bei K. Schiske) und Formenlehre (bei E. Ratz) sowie an der Univ. Wien Musik- und Theaterwissenschaft; letztere Studien setzte er 1963–68 an der Freien Univ. Berlin fort (Dr. phil.). Nach Arbeiten im Mendelssohn-Archiv (1968–70) und bei der A. Schönberg-Gesamtausgabe (1970–72) lehrte G. N. 1973–82 an der MHsch. und an der Univ. Graz. 1982–2000 hatte er eine Professur für Musiktheorie an der Berliner HSch. der Künste inne. In seinen Werken verbindet G. N. serielle Techniken mit Zahlensymbolik und Josquin des Prez nachempfundenen Zeitstrukturen.
P: Förderungspreis der Stadt Graz 1975; Hugo-Wolf-Preis der Stadt Graz 1976; Würdigungspreis des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst 1987; Johann-Joseph-Fux-Preis des Landes Steiermark 1988; Preis der Stadt Wien 1995.
W: Kammeroper Eine wahre Geschichte 1981; Zyklus Gestern und Morgen [nach Marcel Proust] 1953–96; Streichquartett 1976; Pisspott oder Pot of Pieces f. Kl. 1973–81; Sei Murrum Phonies f. Frauenstimmen u. 4 Orchestergruppen [T: G. N.] 1990–92.
Schr: Franz Schreker 1959; Die Harmonik in der Oper Der ferne Klang von Franz Schreker 1972; Aufsätze zur Wiener Schule, E. Krenek u. a.
Lit: MaÖ 1997 [mit WV]; NGroveD 17 (2001); KdG 1992; Goertz 1979 u. 1994; Brockhaus Riemann 1995; W. Grünzweig (Hg.), G. N. 1997.
Sein Bruder Harald (Harry): * 2.2.1939 Wien. Jazzpianist, Musikpädagoge, Komponist. Der promovierte Jurist studierte Klavier am Salzburger Mozarteum und am Grazer Konservatorium. Seit 1957 als Jazzpianist tätig. Seit 1964 lehrt H. N. am Institut für Jazz der MAkad. (jetzt MUniv.) Graz, 1975–83 Abteilungsleiter, seit 1981 o. Prof. Er war Gründungsmitglied des E. Kleinschuster Sextetts, leitet eigene Ensembles und komponiert und arrangiert Film- und Theatermusiken.
W: Soul of Janus; Waltz for us; Natur; Singing Flute.
Lit: Lang 1986; www.kug.ac.at/inst8/teachers/piano-de.html (4/2004); Mitt. Archiv MUniv. Graz.
Dessen Tochter Olga: * 4.8.1968 Graz. Komponistin. Erhielt ab dem 7. Lebensjahr Trompetenunterricht an der MSch. Deutschlandsberg/St, wo sie später G. Kühr und H. W. Henze begegnete. 1986/87 studierte sie in San Francisco/USA Komposition, Malerei und Film sowie 1987–93 an der Wiener MHsch. (bei E. Urbanner, D. Kaufmann und W. Zobl). Entscheidende Einflüsse übten Adriana Hölszky, L. Nono, Tristan Murail sowie die befreundete Autorin Elfriede Jelinek aus.
P: Förderungspreis der Stadt Wien 1992; Stipendium der Republik Frankreich 1993; Theodor-Körner-Preis 1994; EU-Preis für Komposition 1996; Berlin-Stipendium 1996; Staatsstipendium für Komposition der Republik Österreich 1997; Siemens-Förderungspreis München 1999; Ernst-Krenek-Preis 2000; „composer in residence“ in Antwerpen/B 2000 und Luzern/CH 2002; Preis der Stadt Wien 2005.
W: Musiktheater (Bählamms Fest [T: E. Jelinek] 1997/98; Lost Highway [T: E. Jelinek/O. N.] 2002/03); Lonicera Caprifolium f. Ensemble u. digitales Tonband 1993; Sans soleil f. 2 Ondes Martenot, Orch. u. (Live-)Elektronik 1994; Photophorus f. 2 E-Git. u. Orch. 1997.
Lit: Marx/Haas 2001; MaÖ 1997 [mit WV]; KdG 18 (11/1999); NGroveD 17 (2001); Goertz 1994; www.olganeuwirth.com (4/2004).
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