Das Wort wurde in der Tradition G. Adlers zulasten des Ausdrucks „Vergleichende Musikwissenschaft“ in Österreich relativ selten verwendet, obwohl man zwischen den beiden Ausdrücken auch keine scharfe Trennung zog. Sprachlich korrekter und präziser ist jedenfalls der Ausdruck Ethnomusikologie, der in den letzten Dezennien des 20. Jh.s das Wort M. abzulösen begann (auch wenn es nach wie vor Viele gibt [2004], die beide Ausdrücke als identisch ansehen und die sprachliche Unterscheidung als eine Marotte abtun möchten). Zutreffend aber ist M. z. B., wenn Volksmusik und Volkslied nicht gleich gesetzt werden und die Erforschung des Letzteren vornehmlich im Rahmen der Volkskunde (Ethnologia Europaea) betrieben und dessen musikalische Seite nur als Teil dieses Komplexes betrachtet wird.
Lit: W. Wiora, Ergebnisse und Aufgaben vergleichender Musikforschung 1975; W. Graf, Vergleichende Musikwissenschaft. Ausgewählte Aufsätze 1980, 121–128; F. Bose, Musikalische Völkerkunde 1963; W. Suppan, Volkslied 1966.
RF