Zunächst im Staatsdienst, daneben bereits als Novellist und Dramatiker tätig, 1886–92 auch als Feuilletonredakteur der Deutschen Zeitung. Einige seiner in mehreren Auflagen erschienenen Schriften bewirkten nachhaltige Veränderungen im Wiener Kulturleben: Gründung des Deutschen Volkstheaters (Volkstheater Wien), des Wiener Volksbildungsvereins und des Raimundtheater-Vereins; 1892–96 war M.-G. erster Direktor des neu erbauten Raimundtheaters, schloss sich dem von antiliberalen und antisemitischen Politikern und Industriellen gegründeten Verein Kaiser-Jubiläums-Stadttheater an und war 1898–1903 Direktor dieses Theaters (Volksoper Wien). Danach wirkte er v. a. als erfolgreicher Romancier und war 1919 kurzzeitig Nationalratsabgeordneter. Seine Söhne Herbert M.-G. (1887–1945) und Roderich (1892–1956) waren ebenfalls Schriftsteller und Redakteure.
G: M.-G.-Straße (Wien XIV); Ehrengrab Wr. Zentralfriedhof.
P: Bürger der Stadt Wien 1922.
W: Wien war eine Theaterstadt 1885; Im Jh. Grillparzers 1893; Das Raimund-Theater 1897; Götzendämmerung 1908; Alt-Wr. Wanderungen und Schilderungen 1916; Erinnerungen eines Theaterdirektors, hg. v. R. Meinhart (Ps. für Roderich M.-G.) 1924. – Dramen (Judith 1877; Aus Polenkreisen 1906). – Romane (Götzendämmerung 1910; Glocken der Heimat 1910; Der große Schwabenzug 1913; Von Eugenius bis Josephus 1916; Barmherzige Kaiser 1916; Joseph der Deutsche 1917 [Trilogie]; Sein Vaterhaus 1919; Dämonische Jahre 1920; Auf der Höhe 1921 [Lenau-Trilogie]; Gedichte. – Roderich M.-G. (Hg.), A. M.-G., Der Roman meines Lebens 1927.
Lit: Al. M.-G., Leben und Werk A. M.-G.s (1852–1923) unter besonderer Berücksichtigung seiner Tätigkeit als Feuilletonist 1995; H. Weresch, A. M.-G. Leben, Denken u. Schaffen, 2 Bde. 1975; Czeike 4 (1995); ÖBL 5 (1972) [Müller]; Kosch 2 (1960); Eisenberg 1893; A. Gerstner, A. M.-G.s Bemühungen als Theaterdirektor, Diss. Wien 1946; Nachlass WStLB.
UH