Miklin, Karlheinz
* 3.11.1946 Klagenfurt. Jazzmusiker (v. a. Saxophon und Flöte), Komponist und Musikpädagoge.

Studium (Klavier und Harmonielehre) am Konservatorium Klagenfurt sowie ab 1964 Germanistik und Geschichte an der Univ. Graz (Mag. phil.), zugleich Saxophon an der MAkad. Graz. 1978 Gründung des K. M.-Trios (mit E. Oberleitner, [bass] und Heimo Wiederhofer [drums], Letzterer zeitweilig ersetzt durch E. Bachträgl oder Gerhard Wennemuth), das bei zahlreichen Jazzfestivals auf der ganzen Welt konzertierte. 1974–2000 lehrte M. an der Jazz-Abteilung der Hochschule (heute Univ.) für Musik Graz, die er 1983–2000 leitete, daneben lehrte er als Gast u. a. in Boston/USA, Santiago de Chile, Seattle/USA und London. M. ist einer der weltweit bekanntesten und geschätztesten Jazzmusiker aus Österreich. M. trat überdies in Solokonzerten sowie als Gastmusiker u. a. mit der ORF Big Band, den Zagreb Festival Allstars, der KUG Bigband Graz und amerikanischen Jazzmusikern wie Art Farmer, Slide Hampton, John Lewis, Sheila Jordan, Mark Murphy und Horace Parlan sowie mit europäischen Jazzgrößen wie Albert Mangelsdorff und Bosko Petrovic auf. Mit dem später fallweise zum Quarteto bzw. Quinteto erweiterten Trio Argentina erarbeitete M. einen stark von lateinamerikanischer Musik beeinflussten persönlichen Spielstil (zeitweilige Zusammenarbeit mit dem argentinischen Tango-Akkordeonisten Dino Saluzzi), der sich u. a. dadurch auszeichnet, dass M. sich einerseits dem die Jazzsaxophonistenszene heute weltweit prägenden Einfluss John Coltranes weitgehend entzieht und Latin-Elemente mit Bebop- und Avantgarde-Einflüssen, aber auch mit Einflüssen europäischer „Volksmusiken“ vermengt. Seit 1989 tritt M. bevorzugt im Quartett mit F. Pauer (Klavier), Ron McClure (Bass) und wechselnden Schlagzeugern auf (Konzerttätigkeit vorwiegend im Rahmen von Jazzfestivals auf der ganzen Welt). M. trat auch als Komponist von Filmmusik (z. B. Fegefeuer, 1989) in Erscheinung.

W: Alben Pick Up 1981; Pasando 1985; Echoes of Illyria 1986; Looking Back 1994; Linda 2001; Filmmusik.

Lit: M. Kunzler, Jazz-Lex. 2 (2002); A. Melhardt, Swing That Music 2002.

PSt