Er wurde von K. Matthias am 1.12.1612 in seine neue Hofkapelle aufgenommen und publizierte während seiner Wiener Dienstzeit zw. 1614/20 vier den beiden K.n Matthias und Ferdinand II. und der K.in Anna gewidmete Sammlungen von Musik für die theorbierte Laute. 1619 übernahm ihn Ferdinand II. als einen von ganz wenigen Hofmusikern und bezahlte ihm ein hohes Gehalt; er nannte sich seit 1616 „gentilhomo di corte“. 1622 wird er im Hofzahlamtsbuch als gewesener Kammerlautenist geführt, 1623 ist er in seiner Geburtsstadt als Hauptmann der Porta S. Croce nachweisbar. Die einzelnen Tänze seiner Sammlungen widmete er Mitgliedern des Hofadels und Musikern, u. a. auch Claudio Monteverdi. Im 3. Buch führte er eine neue Lautenstimmung ein. Das 4. Buch enthält als erstes bekanntes und überliefertes Ballett vom Kaiserhof das 1615 von Adeligen getanzte L’Ardito Gracioso für Violine, Blockflöte, Bassviola, 3 verschiedene Lauten, theorbierte Gitarre, Cembalo und Harfe.
W: Intavolatura di liuto attiorbato 2 u. 3 (beide Venezia 1614, 21616), 4 (1616), 5 (1620).
Lit: A. Cristoforetti, Einleitung zur Faks.-Ausg. der Werke 1979; St. Saunders, Cross, Sword and Lyre 1995; NGroveD 16 (2001).
HS