Aus einer reichen und angesehenen venezianischen Patrizierfamilie stammend, die seit Beginn der Opernpflege in Venedig sich federführend für diese Gattung eingesetzt hatte, wuchs M. in einer von Musik geprägten Atmosphäre auf. Obwohl von der Familie für ein öffentliches Amt in der Verwaltung der Stadt vorgesehen (Jus-Studium), zeigte er bald mehr Interesse für Musik und Literatur. Obwohl als Komponist ein Dilettant (bekleidete zahlreiche öffentliche Ämter und bezeichnete sich in seinen Drucken als „nobile Veneto dilettante di contrappunto“), besaß der Schüler von Fr. Gasparini und A. Lotti v. a. wegen seines kontrapunktischen Könnens hohes Ansehen. Neben seinen Kompositionen wurde M. durch die (anonym erschienene) Satire auf den venezianischen Opernbetrieb, Il Teatro alla Moda, bekannt. Für den kaiserlichen Hof in Wien komponierte M. eine Serenate (Le nozze di Giove e Giunone, 10.10.1725 aufgeführt) und das Oratorium Gioàz (T: A. Zeno, 1726).
Schr: Il Teatro alla Moda [1720]; Lettere famigliare d’un accademico filarmonico et arcade 1716; Libretti, Sonette.
W: Canzoni madrigalesche 1717; Estro Poetico-Armonico [...] Salmi I–VIII 1724–26; Messen; Oratorien (Giuditta, Gioàz); Opern und kleinere musikdramatische Werke; Concerti, Sonaten.
Lit: NGroveD 15 (2001); MGG 8 (1960); E. Selfridge-Field, The Music of B. and Alessandro M.: A Thematic Catalogue with Commentary on the Composers, Works and Sources 1990.
ETH