Mansfeld (Mannsfeld), Familie
Ferdinand: * 1824 Wien, † 11. [Holzer: 14.] 6.1869 Wien. Komponist, Texter, Pianist, Journalist.

Arbeitete als Begleiter und Komponist für verschiedene Volkssänger, entdeckte Antonie M., die seinen Namen als Künstlernamen wählte, und wurde deren ständiger Begleiter. Auf der Bühne als „Bruder“ ausgegeben, war M. tatsächlich zeitweilig deren Lebenspartner. Später wirkte M. als Autor und Begleiter L. Montags.

W: Lieder (Wr. Sittenstudien, Wr. G’frettg’schichten).

Antonie (eig. Montag): * 15.3.1835 Schottenfeld (heute Wien VII), † 23. [ÖBL: 22.] 10.1875 Wien. Volkssängerin. Von Beruf Näherin, wirkte sie zunächst als Choristin im Neulerchenfelder Theater und im Theater in der Josefstadt und ging als Varieté-Sängerin nach Budapest. Ab 1868 erste Auftritte in Wien in den Privat-Soireen des Volkssänger-Mäzens Haberlandtner mit z. T. frivolen Liedern Ferdinand M.s. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie in „Schwendners Vergnügungsetablissement“, wo sie auch mit Michael Kogler (* 26.3.1838, † 17.4.1887) im Duett sang. Ihre zweideutigen Lieder trug M. – im hochgeschlossenen schwarzen Kleid auftretend – in zahlreichen Wiener Etablissements vor. Nach dem Tod Ferdinands fand sie in J. Sioly einen Nachfolger, der für sie viele Wienerlieder schuf, die auf Anzüglichkeiten verzichteten.

Lit: Czeike 4 (1995); Hauenstein 1976 u. 1979; J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter und neuer Zeit 1931 [mit Fotos]; I. Ganster/H. Kretschmer [Kat.], Allweil lustig, fesch und munter. Altwiener Volks- und Natursänger 1996; R. Holzer, Wiener Volks-Humor. Harfenisten und Volkssänger 1943; ÖBL 6 (1975) [Montag].

MK