Studierte Anatomie in Bologna/I und Medizin in Pavia/I. Ging dann nach Wien (Dr. med. 1797), wo er Assistent am Allgemeinen Krankenhaus war und 1804 eine Privatpraxis errichtete. 1802 gründete er die Gesellschaft praktischer Ärzte (ab 1837 Gesellschaft der Ärzte in Wien). 1838–41 war M. deren Präsident. Er war Leibarzt Erzhzg. Carls und der Erzhzg.in Beatrice d’Este, behandelte den Herzog v. Reichstadt sowie zw. 1811/17 (und wieder 1827) L. v. Beethoven. 1831 förderte er F. Chopin. M. entdeckte österreichische Heilbäder wie (Bad) Ischl oder Bad Vöslau/NÖ. Als Anhänger der naturphilosophischen Schule geriet er jedoch in einen Konflikt mit der modernen Medizin.
G: M.gasse (Wien XII).
P: Adelstitel 1837; Ehrenbürger von (Bad) Ischl.
Schr: Entwurf einer Pathogenie aus der Evolution und Revolution des Lebens 1809; Studien über Anarchie und Hierarchie des Wissens mit besonderer Beziehung auf die Medicin 1845.
Seine Nichte Therese: * 1.1.1792 Wien, † 27.4.1851 Wien. Pianistin. Tochter des Gutsbesitzers (in Mödling) Jakob M. (* 1770 Wien, † 26.2.1829 Wien). Wie ihre Schwester Anna (verh. Gleichenstein, 6.12.1792–25.9.1869) war sie Beethovens Klavierschülerin. Dessen Heiratsantrag – mit dem die vermutliche Widmung der Bagatelle „Für Elise“ (WoO 59) zusammenhing – lehnte sie 1810 ab. 1816 heiratete sie den ungarischen Grafen Johann Wilhelm v. Drosdick.
Lit: Czeike 4 (1995); ÖBL 6 (1975); Wurzbach 16 (1867); R. Stockhammer in ÖMZ 14/10 (1959); Der Freundeskreis der Familie M. in Wien, gezeichnet v. L. F. Schnorr v. Carolsfeld 1985; A. Neumayr, Musik und Medizin. Am Beispiel der Wr. Klassik 21992; S. Brandenburg (Hg.), Ludwig van Beethoven. Briefwechsel GA 2 (1996).
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