Kreutzer, Rodolphe(Rudolph)
* 16.11.1766 Versailles/F, † 6.1.1831 Genf/CH. Violinvirtuose und Komponist.

Erhielt von seinem Vater im Alter von fünf Jahren Violinunterricht, ab 1778 von Anton Stamitz (auch Komposition). Am 25.5.1780 trat er zum ersten Mal im Pariser Concert Spirituel auf, 1782/83 hörte er Giovanni Battista Viotti, 1784 spielte er dort sein 1. Violinkonzert. 1785–92 war K. Mitglied der königlichen Kapelle. 1795 wurde er Lehrer am neugegründeten PariserConservatoire (bis 1826), 1801 Soloviolinist an der Opéra. Konzertreisen führten K. nach Italien (1796) und Wien (Februar 1798). L. v. Beethoven lernte K. 1804 kennen und widmete ihm seine Violinsonate op. 47, die dieser jedoch nie aufführte. Nach einem Armbruch 1810 musste er seine solistische Karriere beenden. 1815 erhielt er eine Anstellung als königlicher Kapellmeister, 1816/17 als Dirigent an der Opéra, deren musikalische Leitung er 1824–26 innehatte. Mit Pierre Marie Baillot und P. Rode gehört K. zu den Begründern der französischen Violinschule. Sein Bruder Jean-Nicolas-Auguste K. (1778–1832) war ebenfalls Geiger, dessen Sohn Léon-Charles-François K. (1817–68) Musikkritiker.

P: Chevalier de la Légion d’Honneur 1824.

W: 19 Violinkonzerte, Symphonie concertante F-Dur; Sonate für V. La Molinara; 42 (40) Études ou caprices für V. 1796; Opern (Lodoïska 1791, Astyanax 1801, Abel 1810/23); Ballette (Paul et Virginie1806, Aristippe 1808,Les amours d’Antoine et Cléopâtre 1808); Kammermusik.

Schr: gem. m. P. Rode u. P. M. Baillot, Méthode de violon 1803.

Lit: NGroveD 13 (2001) [mit WV]; MGG 7 (1958); Riemann 1959 u. 1972; GerberATL 1 (1790) u. NTL 3 (1813); EitnerQ 5 (1901).

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