Geboren als Kind tschechischer Juden, übersiedelte die Familie 1919 nach Karlsbad (Karlovy Vary/CZ). Mit 11 Jahren gab sie als „Wunderkind“ ihr Konzertdebüt in Karlsbad. Auf Empfehlung von L. Blech wurde K. mit 13 Jahren Schülerin von Alfred Schroeder, dem Assisstenten A. Schnabels in Berlin, ein Jahr später als jüngste Studentin an der Berliner MHsch. bei Schnabel selbst. Nach dem Studium übersiedelte sie nach Prag (Diplom in Klavierpädagogik), heiratete 1933 und konzertierte als Pianistin bis Hitlers Einmarsch 1939. 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt (Terezín/CZ) deportiert, wo K. im Rahmen der sog. „Freizeitgestaltung“ Klavier üben durfte, mit V. Ullmann zusammenarbeitete. Nach der Befreiung des Lagers Theresienstadt 1945 Rückkehr nach Prag, 1949 Emigration (Exil) nach Israel. In Tel Aviv erhielt sie 1957 eine Professur für Klavier an der Rubin Music Academy, seit ihrer Pensionierung 1981 beschäftigte sie sich intensiv mit den Werken der Theresienstädter Komponisten (zahlreiche CD-Einspielungen, Vorträge und TV-Dokumentationen in vielen Ländern). Seit einem Schlaganfall 1994 am Klavierspiel gehindert, veranstaltet sie nach wie vor Meisterkurse, erstmals 2003 auch in Wien.
Lit: Mitt. Orpheus Trust; www. jeunessesmusicales-mv.de/Neue_Dateien/EdithBio.html (10/2003); F. Haufe in neue musikzeitung 1999, Nr. 6; Arbeitsgruppe Exilmusik der Univ. Hamburg (Hg.), Lebenswege von Musikerinnen im „Dritten Reich“ und im Exil 2000.
MK