Ausgebildet durch den Thurner von Wiener Neustadt, war K. anfangs als Musiker in einigen Regimentskapellen tätig (Militärmusik). Nach dem Ausscheiden aus dem Militär fand er Aufnahme als Oboist in das Hofopernorchester und wurde mit 1.11.1813 in die Wiener Hofmusikkapelle aufgenommen. In den folgenden Jahren (1813–22) trat K. mit seinen Brüdern Aloys und Anton mehrere Male bei Akademien auf und genoss als Virtuose einen guten Ruf. Mitte der 1820er Jahre scheint K. ernsthaft erkrankt zu sein, sodass ihn Hofkapellmeister J. Eybler 1828 zur Viola versetzte, doch verstarb K. wenige Monate später. Sein Sohn
Joseph d. J.: * 1815 Wien, † nach 1829 Wien. Musiker (Flöte, Czakan, Geige). Wahrscheinlich durch seinen Vater ausgebildet, trat er mit diesem und seinem Onkel Aloys als Czakan-Virtuose bzw. Geiger 1823–29 in Wien mit großem Erfolg auf. Joseph d. J. soll bald nach seinem Vater verstorben sein.
Die Brüder Josephs d. Ä.:
Anton: * 7.4.1787 Hermanův Mestec, † 28.4.1834 Wien. Trompeter. Ebenfalls von den Thurnern von Wiener Neustadt ausgebildet, diente er 1819–34 als kaiserlicher Hoftrompeter (mit Soloverpflichtung) in der Hofkapelle und ab 1816 bereits im Orchester der k.k. Hoftheater. In diversen Akademien trat er als bewunderter Virtuose in Erscheinung.
Aloys: * 3.6.1791 Hermanův Mestec, † 28.12.1868 Wien. Flötist. Nach seiner Ausbildung durch die Eltern kam K. nach Wien und setzte seine Ausbildung bei L. Gehring am Konservatorium fort. 1808 wurde K. 1. Flötist am Burgtheater und 1831 (bis 1848) Prof. für Flöte am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde. K. trat daneben v. a. bis 1848 bei diversen Konzerten und Akademien als Flötenvirtuose auf und zählte ab den 1820er Jahren zu den besten Wiener Flötisten. Mit ihren Auftritten haben die Brüder K. das Wiener Konzertleben des Biedermeier wesentlich mitgestaltet.
Lit: MGG 7 (1958), A. Lindner, Die kaiserlichen Hoftrompeter und Hofpauker im 18. und 19. Jh. 1999; D. Barner, Die Brüder K., Dipl.arb. Wien 2000; ÖBL 3 (1965); Köchel 1869; LdM 2000.
ETH