Der Sohn des Industriellen Samuel Heinrich K. war zwar Husaren-Rittmeister ad honores, scheint jedoch eher als Privatier und Musikliebhaber (Dilettant) gelebt zu haben. Er galt als ausgezeichneter Geiger; als Komponist trat er v. a. mit Salonmusik und Bravourstücken (letztere interpretierte er auch selbst) hervor. Wurzbach erwähnt ein Konzert K.s in Wien am 7.2.1840, das ein großer Erfolg gewesen sein soll. Nicht geklärt werden konnte das genaue Verwandtschaftsverhältnis zu J. K. v. A.
W: Salonmusik, Variationen, Bravourstücke für V.
Lit: Wurzbach 10 (1863).
Jindrich (Jindřich): * 29.5.1852 Tarnopol (Ternopil’/UA), † 7.3.1926 Roudná in Böhmen/CZ. Komponist, Pianist und Pädagoge. Seine Ausbildung hatte K. in Prag am Proksch Institut erhalten (Komposition und Klavier), die er an der Prager Orgelschule 1873/4 perfektionierte. Nach einer kurzen Solistenkarriere wurde er 1876 Musiklehrer der Familie Fürstenberg in Lány/CZ. 1889 wurde K. Lehrer (Klavier) am Prager Konservatorium und war 1907–18 auch dessen Direktor. Obwohl K. als sehr autoritär gefürchtet war, konnte er aufgrund guter Beziehungen zu Wien die Position des Prager Konservatoriums als eine der führenden Lehranstalten Europas weiter ausbauen (z. B. Schaffung einer Meisterklasse für Komposition unter V. Novák). K.s Klavierbearbeitungen von Werken der tschechischen Nationalschule (Nationalstil) bzw. Moderne trugen viel zu deren Verbreitung bei.
W: 2 Opern (Der Flüchtling, Gérminal), 2 Melodramen, 2 Ballette (Bajaja, Olim), Lieder, Klaviermusik, zahlreiche Klavierbearbeitungen.
Lit: NGroveD 13 (2001); ÖBL 3 (1965).
ETH