Sohn eines in Moskau geborenen Landwirts und dessen aus Schleswig-Holstein stammender Frau, aufgewachsen im elterlichen Schloss Ottmanach auf dem Magdalensberg bei Klagenfurt. 1942 lernte er bereits Akkordeon, 1948–50 am Konservatorium in Klagenfurt Klavier, Theorie, Komposition und Gesang. 1950 erste Erfolge als Komponist, 1951 Gründung der Udo Bolan Band, 1952 Mitarbeit beim Rundfunk in Klagenfurt und beim britischen Militärsender BFN (British Forces Networks). Einladungen nach Berlin (RIAS-Tanzorchester), Tourneen nach Russland (mit Orchester Max Greger), mit eigenen Combos bzw. als Jazzpianist durch Österreich und Deutschland; seit 1954 (erster Plattenvertrag) mit dem neuen Künstlernamen U. J. 1961–77 Zusammenarbeit mit dem für J.s Karriere wichtigen Manager Hans R. Beierlein. 1961 Filmdebüt (Und du mein Schatz bleibst hier). Mehrfach Hitparadenführender in vielen europäischen Ländern. J. komponierte Songs für Weltstars wie Shirley Bassey, Catarina Valente, Sacha Distel, Sarah Vaughan, mit denen er z. T. auch gemeinsam auftrat, andere Sänger wie Sammy Davis jr. oder Al Martino interpretierten seine Lieder. 1972 wurde sein Musical Helden, Helden im Theater an der Wien uraufgeführt. Fast jedes Jahr unternahm J. ausgedehnte Tourneen. J., dem „Mut zu ausgefallenem Thema und anspruchsvollem Lied“ (u. a. das gesellschaftskritische Ein ehrenwertes Haus) bescheinigt wurde und der unzählige Hits komponierte, z. T. selbst textete, zählt auch als Interpret und Entertainer zu den anerkannten Stars der Unterhaltungsbranche und wird vielfach als „europäische Antwort auf Frank Sinatra“ gesehen.
P: 1. Preis beim Kompositionswettbewerb des ORF 1950; Bester Einzelsänger beim Festival in Knokke/B 1960; 1. Platz als österreichischer Teilnehmer beim Grand Prix Eurovision de la Chanson 1966; Goldener Löwe 1966; Goldene Kamera 1979, 1988, 1995; Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien 1979; Prof.-Titel 1984; Goldener Landesorden Kärnten 1991; Ehrenring der Stadt Wien 1994; Echo 1993 für sein künstlerisches Lebenswerk 1994; Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 1995; Amadeus 2000; Ehrenbürger der Stadt Klagenfurt 2001; zahlreiche dt. (u. a. Ehren-Bambi 1999) und internationale Auszeichnungen sowie Schallplattenpreise (mehrmals Silberner Löwe, Goldene Europa, Deutscher Schallplattenpreis, Kultsänger des Jahres).
W: Musical Helden, Helden 1972; Filmmusik (Tanze mit mir in den Morgen 1963); ca. 800 Lieder: Je t’aime 1950; Jenny 1960; Warum nur, warum? 1964; Sag’ ihr, ich laß sie grüßen 1965; Merci Chérie 1966; Siebzehn Jahr, blondes Haar 1967; 1. LP: Porträt in Musik 1966; CD-Titel (z. T. auch in Live-Version): Udo 80; Hautnah; Traumschiff; Cafe Größenwahn; Gestern Heute Morgen; Mit 66 Jahren; Es lebe das Laster 2002; zahlreiche Sampler-CDs.
Schr: (gem. m. Michaela Moritz) Der Mann mit dem Fagott (autobiographischer Roman) 2004; ... unterm Smoking Gänsehaut 1994, 21997; Smoking und Blue Jeans 1984.
Lit: www.udojuergens.de (1/2003); www.udofan.de (1/2003); S. P. Rupprecht, Chanson-Lex. 1999; M. Bockelmann, U. J. 1995; D. Vogt, Momente, nur Momente 1994; E. Jelinek in E. Jelinek et al., Materialien zur Musiksoziologie 1972; [div. Autoren], Warum nur, warum. Das Phänomen U. J. 1971; [div. Autoren], Das große U. J. Magazin 1980; Brockhaus Riemann 1995; Honegger/Massenkeil 1978; Lang 1986; MGÖ 3 (1995).
UH