Jaëll, Familie
Eduard: * ca. 1800 Steiermark (Ort?), † ?.9.1849 Wien. Musiker.

Lebte 1818–30 als angesehener Geiger und Mitglied eines Theaterorchesters in Wien. In einer von ihm veranstalteten Akademie wurde 1818 erstmals ein Werk von Fr. Schubert öffentlich aufgeführt, 1819 wurde in einer weiteren Akademie J.s mit Schäfers Klagelied D 121 erstmals ein Lied Schuberts öffentlich gesungen. Lebte ab 1830 in Triest.

P: Ehrenmitglied des Musikvereins für Steiermark 1823.

Sein Sohn Alfred: * 5.3.1832 Triest, † 27.2.1882 Paris. Pianist. Ausbildung bei seinem Vater und ab 1844 bei I. Moscheles in Wien. Unternahm bereits 1843 seine erste Konzertreise und bereiste dann fast alle Staaten Europas und Amerikas, wo er als Chopin-Interpret bewundert wurde. 1856 Hofpianist von König Georg V. von Hannover. Ließ sich nach seiner Verheiratung 1866 in Paris nieder und unternahm gemeinsam mit seiner Frau Konzertreisen. Zeichnete sich durch brillanten, aber glatten Stil aus und erntete viel Anerkennung.

P: Ehrenmitglied der Philharmonischen Gesellschaft Berlin.

Schr: Veröffentlichungen zur Technik des Klavierspiels.

W: Salonstücke, Transkriptionen, Phantasien über Opernmelodien; Lieder; Unterrichtswerke.

Dessen Frau Maria (geb. Trautmann): * 17.8.1846 Steinseltz bei Weißenburg im Elsaß (Wissembourg/F), † 4.2.1925 Paris. Pianistin und Komponistin. Ausbildung u. a. bei I. Moscheles in Leipzig und H. Herz in Paris. Kompositionsunterricht bei César Franck und Camille Saint-Saëns. Verbrachte alljährlich einige Monate in Weimar, wo sie F. Liszt auch als Sekretärin behilflich war. Größte Bedeutung als Klavierpädagogin, sie unterrichtete am Pariser Conservatoire und war u. a. Lehrerin von Albert Schweitzer.

Schr: u. a. La Musique et la psycho-pédagogie 1896; Le méchanisme de toucher 1897.

W: Klavierstücke (u. a. Valses à quatre mains); Konzerte für Vc. und Kl.; Streichquartette; Symphonische Dichtung Ossiane; Lieder und Chorwerke.

Lit: ÖBL 3 (1965); NGroveD 12 (2001); MGG 6 (1957); StMl 1962–66; NGroveDWC 1994; Ulrich 1997; SchubertL 1997; Riemann 1929; Wurzbach 10 (1863).

AH