Ausgebildet als Chorknabe am Dom in Verona wahrscheinlich durch Jacquet de Berchem, Giovanni Brevio und den damaligen maestro di musica, Vincenzo Ruffo. 1557 verließ I. Verona und hielt sich einige Zeit in Padua und Venedig auf, wo er an der Gran’ Scuola di S. Marco als Geiger angestellt wurde. In den frühen 1560er Jahren lernte I. bei Cipriano de Rore in Parma. Ab 1566 lebte I. in Cremona, wo er sich selbst 1576 als „Musicis Cathedralis Praefectus“ bezeichnet, obwohl er mit 14.1.1580 erstmals als maestro di cappella der Kathedrale genannt wird. I.s Ruf als „eccellentissimo musico“ bezog sich neben dem als Komponist und Kapellmeister auch auf den als „cantor“ und Violinist. Über seine Gönner, die vorwiegend aus dem Kreis der hohen kirchlichen Würdenträger kamen (u. a. Nicolao Sfondrato, der spätere Papst Gregor XIV.), war I. mit den Bestimmungen des Trienter Konzils vertraut und wurde in seiner kirchenmusikalischen Ausrichtung beeinflusst. Claudio Monteverdi nennt I. seinen Lehrer und widmete ihm seine ersten vier Madrigalbücher. I.s Werk hat einerseits durch seine Madrigale (3. Generation der oberitalienischen Madrigalisten) andererseits durch seine Kirchenmusik Bedeutung erlangt; viele seiner Werke erschienen bei Gardano in Venedig im Druck, oft versehen mit Widmungen an prominente Persönlichkeiten (das 2. Madrigalbuch z. B. Kaiser Maximilian II.).
W: 2 Bücher mit Messen (1573, 1587), 4 Bücher mit Sacrae Cantiones; Hymnen, Lamentationes Hieremiae; 9 Madrigalbücher. – NA: M. Caraci Vela et al. (Hg.), M. A. I. Opera omnia, Lucca 1994ff.
Lit: NGroveD 12 (2001); MGG 6 (1957) u. 16 (1978); A. Delfino/M. T. R. Barezzani (Hg.), M. A. I. Cremona 1992, 1992; L. Paget, The Madrigal of M. A. I., Diss. London 1995.
ETH