Debütierte 1889 in Warschau und wurde in Polen als „Wunderkind“ gefeiert. Ausgebildet in seiner Heimat durch Izydor Lotto, Maurycy Rosen, Stanisław Barcewicz wurde H. 1892 in die Klasse von J. Joachim in Berlin aufgenommen (daneben heimlich Stunden bei Karl Grigorowitsch); 1893 Unterricht bei Hugo Heermann in Frankfurt a. M./D. Ab 1892 Beginn einer regen internationalen Konzerttätigkeit. Um die Jh.wende musiktheoretische Studien bei E. Mandyczewski und 1902/03 zehn Konzerte in Wien. Wegen gesundheitlicher Probleme musste H. in den folgenden Jahren seine Konzert- und Reisetätigkeit einschränken. 1910–13 war er mit der Wiener Schauspielerin Elsa Galafres verheiratet. Den Ersten Weltkrieg verbrachte H. hauptsächlich in Deutschland (nur sporadisch Tourneen u. a. nach Polen und Österreich), lebte 1926–36 in Wien und unternahm 1920–23 mehrere Reisen in die USA. In dieser Zeit begann H.s politisches Interesse und sein Engagement in der Paneuropa-Bewegung. Anfang der 1930er Jahre begann eine neue Serie sehr erfolgreicher Konzerttourneen durch ganz Europa. Das 1933 für Berlin geplante Große Brahms Festival verlegte H. wegen der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Wien. Eine Einladung W. Furtwänglers nach Deutschland wurde von H. im September 1933 mit dem in zahlreichen europäischen Zeitungen und in der New York Times publizierten berühmten „Offenen Brief“ abgelehnt. 1934 wurde H. Prof. an der Wiener MAkad. (bis 1936) und gründete – auch als Antwort auf die politischen Entwicklungen in Europa – ein symphonisches Orchester in Palästina, das sich aus verfolgten deutsch-jüdischen Emigranten (Exil) zusammensetzte. 1936 emigrierte H. in die Schweiz, 1940 in die USA. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gab er oft Benefizkonzerte. 1945 kehrt H., gesundheitlich bereits schwer angeschlagen, in die Schweiz zurück; 1946 gab er seine letzten öffentlichen Konzerte. Ab den 1920er Jahren waren zahlreiche Tonaufnahmen entstanden, die H. als einen der bedeutendsten Violinvirtuosen der 1. Hälfte des 20. Jh.s dokumentieren.
P: Königlich rumänischer Kammervirtuose 1898; Orden der Ehrenlegion (Frankreich) 1929; Ehrenmitglied der GdM und der Konzerthausgesellschaft in Wien 1932; Ehrenkreuz der Republik Österreich 1932.
Schr: Aus der Werkstatt des Virtuosen 1912; Mein Weg zu Paneuropa 1925 [Broschüre]; Vaterland Europa 1932.
Lit: P. Szalsza, B. H. – geniusz zapomniany [B. H. – das vergessene Genie] 2000/01.
PSz