Hubay von Szalatna (eig. Huber), Familie
Karl (Károly): * 1.7.1828 Varjas/H (heute RO), † 20.12.1885 Budapest. Geiger und Dirigent.

War Kapellmeister am ungarischen Nationaltheater und Prof. am Konservatorium in Budapest.

W: 3 Opern; 1 Operette; Kammermusik; Chöre und Lieder; Violinschule.

Lit: Stieger II/2 (1977); F-A 1936.

Sein Sohn Jenő (Eugen): * 15.9.1858 Pest (Budapest), † 12.3.1937 Budapest. Geiger und Komponist. Ausbildung bei seinem Vater, 1872 Debüt als Geiger, 1873–76 weitere Ausbildung bei J. Joachim und Benno Härtel (Komposition) in Berlin, konzertierte zunächst in seiner Heimat, 1878 durch F. Liszt an Jules Etienne Pasdeloup in Paris empfohlen, wo er zu Künstlern Beziehungen knüpfte (Freundschaft mit Henri Vieuxtemps). 1882–86 als Nachfolger Vieuxtemps’ Prof. für Violine am Konservatorium in Brüssel, ab 1886 in gleicher Eigenschaft als Nachfolger seines Vaters an der Akademie in Budapest. 1919 ging er kurzfristig in die Schweiz, bevor er 1919–43 Direktor der MAkad. in Budapest wurde. Das 1886 mit D. Popper, V. v. Herzfeld und Joseph Waldbauer (später G. Szerémi) gegründete Streichquartett zählte zu den bedeutendsten Kammermusikvereinigungen (u. a. EA von Werken von J. Brahms in Ungarn). H. bildete eine Reihe bedeutender Violinvirtuosen aus. Sein Palais in Budapest war ein kulturelles Zentrum der ungarischen Hauptstadt.

P: Nobilitierung 1909 [Grove, Baker: 1907]; Hofrat 1912; Dr. h.c. der Univ. Klausenburg (Cluj/RO) 1913 [Riemann, Baker: 1911].

W: Opern (Aliénor 1891, Der Geigenmacher von Cremona 1894, Der Dorflump 1896, Moosröschen 1902, Anna Karenina 1923, Die Maske 1931); 4 Symphonien; Biedermeier-Suite für Orch. 1913; 4 Violinkonzerte; rund 200 Kompositionen für V. und Kl.; Lieder; Männerchöre; Hrsg. v. Neuausgaben verschiedener Studienwerke für V.

Lit: NGroveD 11 (2001); ÖBL 2 (1959); MGG 6 (1957), 16 (1979); L. Gombos in Stud. mus. 38 (1997).

AH