Horovitz, Joseph
* 26.5.1926 Wien. Dirigent, Komponist und Pianist.

Nach erstem Musikunterricht in seiner Heimatstadt musste H. noch als Kind 1938 Wien verlassen (Exil). Sein Studium absolvierte er in Oxford (u. a. bei E. Wellesz) bzw. am Royal College of Music in London und in Paris bei Nadja Boulanger; ab 1950 gewann H. mit seinen Werken zahlreiche Kompositionspreise, wurde aber auch als Dirigent (z. B. ab 1952 bei den Balletts Russes) und Pianist bekannt. 1961–81 war er Prof. für Komposition am Royal College of Music (seit 1981 Fellow). H. engagierte sich in Fragen des Urheberrechtes und war 1981–89 Präsident des Conseil International des Auteurs de Musique (CIAM). H.s Werke sind stilistisch vielfältig, witzig, und klingen, trotz ausgefeilter technischer Arbeit leicht und unbeschwert; H. bekennt sich dazu, „ein ganz reaktionärer, vom Jazz beeinflußter, fast verbissener Tonalist“ (1996) zu sein.

P: Commonwealth Medal for composition 1959; Ehrenmitglied des Royal College of Music 1981; Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien 1996.

W: The Dumb Wife, Gentleman’s Island (Opern); Alice in Wonderland, Les femmes d’Alger, Concerto for Dancers, Let’s Make a Ballet, Miss Carter Wore Pink (Ballette); Orchesterwerke; Werke für Blasorchester, Chorwerke (Horrortorio, Samson, Lady Macbeth); Kammermusik, Filmmusik.

Lit: NGroveD 11 (2001); MaÖ 1997; W. Suppan in ÖMZ 52 (1997); Orpheus im Exil 1995; NGroveDO 2 (1992).

ETH