Nach seiner Ausbildung am Konservatorium in Prag (Harfe) und nach dreijähriger Militärdienstzeit (IR 34 in Wien) wurde H. Privatschüler von A. Bruckner. 1885 legte er die Staatsprüfung für Musik ab und war als Chorleiter, Dirigent und Gesangslehrer in Wien tätig (u. a. Leitung des Musikvereins Haydn). H. unterrichtete Gesang am Wiener Piaristengymnasium (Wien VIII), am Neuen Wiener Konservatorium und 1916–31 an der MAkad. Als glühender Deutschnationaler und Kritiker des Deutschen Volksblattes und als Leiter des Musikvereins Haydn setzte er sich für Bruckner und Rich. Wagner ein. H.s. Werk ist deutlich durch diese beiden Komponisten beeinflusst; sein Vokalwerk zusätzlich deutsch-national geprägt (s. Abb.). Wenngleich seine Instrumentalwerke hohes handwerkliches Können zeigen, konnte sich doch keines aus dem Schatten der Vorbilder befreien und für längere Zeit im Repertoire behaupten.
P: Prof.-Titel 1918; Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien 1931; Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft der Stadt Reichenberg (Liberec/CZ) 1940.
W: Lieder und Chorwerke (Thusnelda, Die Verlassene, Wallada, Gothenzug, Deutsches Festlied, Heimat-Erwachen); 2 Symphonien, Kammermusik, Klavierwerke.
Lit: LdM 2000 [WV]; MGG 16 (1978); BrucknerH 1996; J. L. Wenzl, K. H., ein Künstlerbild 1925; ÖBL 2 (1959); Czeike 3 (1994).
AH