Ausbildung als Musiker und als Regisseur in Dresden (Heinz Arnold), ab 1951 Spielleiter an der Sächsischen Landesbühne (Radebeul, Debüt: Rigoletto), Assistent an der Komischen Oper Berlin bei W. Felsenstein (1953–56). H. hat die Prinzipien und Arbeitsweise des Musiktheaters Felsensteins auf ein Opernhaus mit Repertoirebetrieb übertragen (Leipzig); seine realistisch-komödiantischen Wagner-Inszenierungen mit dem Bühnenbildner Rudolf Heinrich wurden exemplarisch und stilbildend (z. B. für Patrice Chéreau). In Österreich hat H. inszeniert: Der Freischütz (Volksoper Wien, 1966), Katja Kabanowa, Die Zauberflöte (Staatsoper Wien, 1974), Lohengrin (Staatsoper Wien, 1975); Don Giovanni, Così fan tutte (Salzburger Landestheater 1989, 1990), Rosenkavalier, Madama Butterfly (Großes Festspielhaus Salzburg 1993, 1998).
P: Zahlreiche Nationalpreise der DDR.
Schr: gem m. W. Felsenstein, Musiktheater. Beiträge zur Methodik und zu Inszenierungskonzeptionen 1976; Und Figaro läßt sich scheiden. Oper als Idee und Interpretation 1985; Theater – Kunst des erfüllten Augenblicks. Briefe, Vorträge, Notate, Gespräche, Essays, hg. v. I. Kobán 1989; zahlreiche Aufsätze in Sammelbänden und Programmheften; Übersetzungen und Bearbeitungen von Werken der musikalischen Bühne.
Lit: U. u. U. Müller, [Fs.] J. H. 1989; U. Müller/O. Panagl (Hg.), J. H. inszeniert ‚Don Giovanni‘ in Salzburg 1990.
OP