Grosz, Wilhelm(Will; Pseud. Williams, Hugh bzw. Milos, André)
* 11.8.1894 Wien, † 10.12.1939 New York/USA. Komponist, Pianist und Dirigent.

Nach der Ausbildung an der Wiener MAkad. (bei R. Heuberger, R. Fuchs, F. Schreker) bis 1919 und an der Univ. Wien bei G. Adler (Promotion 1920) lebte er zuerst als Dirigent in Mannheim/D (1920–21), dann in Wien, wo er sich als Bühnenkomponist einiges Ansehen verschaffen konnte. 1927 wurde er künstlerischer Direktor der Plattenfirma Ultraphon in Berlin, musste aber 1933 wieder nach Wien zurückkehren, das er 1934 in Richtung England verließ. Da er keine Interessenten für seine Kompositionen fand, wechselte G. zur U-Musik (veröffentlicht unter den genannten Pseud.). 1939 ging er mit seinem Jugendfreund E. W. Korngold nach New York, wo er für die Irving Berlin Music Company zu arbeiten begann, jedoch knapp 45-jährig plötzlich verstarb. Werke von G. wurden u. a. von Glenn Miller gespielt, gerieten jedoch nach 1945 in Vergessenheit und wurden erst ab 1990 durch den Dirigenten Robert Ziegler wiederentdeckt.

W: Der arme Reinhold, Achtung Aufnahme! (Ballett); Musical; Filmmusik; Orchesterwerke; Kammermusik; Lieder; Songs (u. a. Sieben kleine Tillergirls, Hoboken Song, Harbour Lights, Bird on the Wing, Shadows on the Sand).

Lit: NGroveD 10 (2001); NGroveDO 2 (1992); MGG 5 (1956); Czeike 2 (1993); C. Ottner, „Was damals als unglaubliche Kühnheit erschien“. F. Schrekers Kompositionsklasse 2000; Orpheus im Exil 1995; ÖBL 1 (1957).

ETH