G. wurde gemeinsam mit M. Lempp 1800 zum Hof-Instrumentenmacher ernannt. Das Meisterrecht erhielt er am Tag der Ablegung des Bürgereides am 20.7.1804. Seinem einzigen erhaltenen Autograph, einer Preistabelle (Staatsarchiv Ludwigsburg, Bestand E 18 I) und wenigen aus seiner Werkstatt erhaltenen Instrumenten nach zu schließen, erzeugte er Klarinetten, Bassetthörner, Flöten, Oboen, Fagotte und Kontrafagotte. V. a. seine Klarinetten genossen europaweiten Ruf. Seine Bassetthörner sollen mit jenen aus der Werkstatt von Th. Lotz praktisch identisch sein. Brandstempel: [Doppeladler] GRIES/BACHER/K.K. HOF/INSTR.MACHER/IN WIEN.
Vor seiner Tätigkeit als Instrumentenbauer ist G. 1776–78 als Klarinettist in der Kapelle des Fürsten Esterházy und danach bis 1781 als Bassetthornist beim Fürsten Pálffy nachweisbar. Auch Fagott und Baryton hat er offensichtlich professionell gespielt. J. N. Hummel widmete ihm sein Fagottkonzert in F-Dur.
G.s gleichnamiger Sohn Raymund, von 1821–46 als K. K. Hof-Instrumentenmacher nachgewiesen, führte die Werkstatt seines Vaters weiter.
Die Landesbibliothek Schwerin (D-SWl) verwahrt eine unter dem Namen Raimund G. überlieferte Komposition, Allegro und Romanze in F-Dur für Bläsersextett.
Lit: H. Haupt, Wiener Instrumentenbau um 1800, Diss. Wien 1952; Ottner 1977; M. Nagy in Alta Musica 7 (1984); M. Nagy in O. Biba/W. Schuster (Hg.), [Kgr.-Ber.] Klang und Komponist Wien 1990, 1992; W. Waterhouse, The New Langwill Index. A Dictionary of Musical Wind-Instrument Makers and Inventors 1993; B. Koenigsbeck, Fagottbibliographie 1994; Hopfner 1999.
KH