Ausbildung in Italien, wo er schon erste Erfolge als Gitarrenvirtuose und Komponist feierte. 1806 ließ er sich in Wien nieder, wo er die Gitarrebewegung anführte, als Lehrer und Komponist tätig war und innerhalb kürzester Zeit zum Idol aufstieg. Gemeinsam mit J. N. Hummel und J. Mayseder veranstaltete er sog. Dukatenkonzerte. Bis 1819 veröffentlichte er über 100 Werke, v. a. bei D. Artaria. 1814 Ernennung zum Kammervirtuosen durch Erzh.in Marie Louise. Nach finanziellen Schwierigkeiten durch seinen unbeständigen Lebenswandel kehrte er 1819 nach Italien zurück, wo er 1820–23 in Rom, dann in Neapel lebte und mit N. Paganini und G. Rossini befreundet war. Galt während seiner Wiener Jahre als der größte lebende Gitarrenvirtuose, E. Hanslick bezeichnete ihn als „Held der eleganten Musiksalons“. 1833 wurde in Erinnerung an ihn in London die erste Fachzeitschrift für Gitarre, The Giulianiad, begründet.
W: rund 150 Werke, zahlreiche Stücke für Git. (u. a. 3 Gitarrenkonzerte, Le Rossiniane op. 119–124), Bearbeitungen, Variationen über Themen aus Opern; Kammermusik, Lieder. NA: M. G.: the Complete Works in Facsimiles. hg. v. B. Jeffery 1984–87.
Seine Kinder Michel: * 17.5.1801 Barletta bei Bari/I, † 8.10.1867 Paris. Sänger. Als Nachfolger von Manuel Garcia am Konservatorium in Paris als Gesangslehrer tätig. Emilia: * 1813 Wien, † nach 1840 (Ort?). Gitarrenvirtuosin und Komponistin.
W (E. G.): Preludes für Gitarre op. 46.
Mauros Bruder Nicola (* ?, † ?) war Gesangslehrer und Kapellmeister in St. Petersburg.
Lit: NGroveD 9 (2001); Th. F. Heck, The Birth of the Classic Guitar and its cultivation in Vienna 1970; F. E. Araniti, Nuove acquisizioni sull’ opera e sulla vita di M. G. 1993; F. Neges (Hg.), M. G. und seine Welt 1998; Czeike 2 (1993); MGG 16 (1979); F-A 1937; E. Scharl, Die Gitarre in Wien um 1800, Hausarbeit Wien 1982.
AH