Gilboa, Jacob(eig. Goldberg, Erwin)
* 2.5.1920 Kaschau (Košice/SK). Komponist.

Besuchte das Humanistische Gymnasium Wasagasse (Wien IX); 1938 Emigration nach Palästina (Exil); Architekturstudium in Haifa; 1944–47 Studium an der MHsch. von Jerusalem (Komposition bei Josef Tal, Orchestration bei Paul Ben Haim); besuchte 1963 den Ersten Kölner Kurs für Neue Musik (Karlheinz Stockhausen, Henri Pousseur, Aloys Kontarsky) und 1968 die Ferienkurse in Darmstadt (Stockhausen, G. Ligeti). G. lebt nach 30-jähriger Tätigkeit in der Stadtverwaltung von Tel Aviv als freischaffender Komponist. Seine Werke verlassen zunächst nicht die Tonalität. Seit 1963 setzt er auch Cluster, Vierteltöne sowie elektronische Musik ein. G. hat eine besondere Vorliebe für den Neoimpressionismus. G. repräsentierte Israel viermal (1969, 1973, 1978, 1989) beim Festival der International Society for Contemporary Music.

P: Lieberson-Preis des Komponistenverbandes Israel; Preis des israelischen Premierministers Sparte Musik 1983.

W: Klavier- und Kammermusik (Thistles, Crystals); Lieder; The 12 Jerusalem Chagall Windows 1966 für Mezzosopran, 6 Frauenstimmen und Kammerorchester; Ballett Horizons in Blue and Violet 1969; From the Dead Sea Scrolls 1971 (Aus den Schriftrollen von Qumran); The Grey Colours of Käthe Kollwitz 1990 für Mezzosopran, Kammerorchester und Tonband.

Schr: Fashions and Styles in New Music in Israel 3/1981.

Lit: MaÖ 1997; NGroveD 9 (2001); O. Tourny, J. G., Diss. Lyon 1988; M. Brod/Y. W. Cohen, Die Musik Israels 1976; P. Gradenwitz, Music and Musicians in Israel 31978; Z. Kerem, Contemporary Israel Music 1980; A. Tischler, A Descriptive Bibliography of Art Music by Israeli composers 1988.

BB