Studium bei E. Mandyczeweski und G. Adler (Promotion 1913). 1919–29 Lektor an der Univ. Wien, parallel dazu baute G. seine Karriere als Komponist auf. 1929–33 Direktor des Konservatoriums in Mainz. 1933 nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten floh G. zuerst nach Österreich, musste aber 1938 nach Großbritannien emigrieren (ab 1939 in Edinburgh tätig, wo er sich v. a. nach dem Krieg tatkräftig am Aufbau des Musiklebens beteiligte, Exil). 1945–65 lehrte G. an der Univ. Edinburgh. Von seinen über 100 Werken sind mehr als die Hälfte in Schottland entstanden; sie können ihre mitteleuropäische Prägung (Fr. Schubert, J. Brahms, Rich. Wagner) nicht verleugnen, verwenden zwar eine erweiterte Harmonik, bleiben jedoch dem Stil der 1930er Jahre (post-Brahms- bzw. post-Strauss-Charakteristik) weitgehend treu.
P: Österreichischer Staatspreis für Komposition 1957; Ehrendoktorat für Musik der Univ. Edinburgh 1948; Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1981.
Schr: The Golden Age of Vienna 1948; Johannes Brahms 1961 (engl. 1964); Richard Wagner 1963; Franz Schubert 1970 (engl. 1974).
W: Opern (z. B. Die heilige Ente, Der Zauberspiegel), Orchester- und Chorwerke, Lieder, Kammermusik.
Lit: NGroveD 9 (2001); W. Waldstein, H. G. 1965; MGG 4 (1955); Czeike 2 (1993); E. Fox-Gál/A. Fox, H. G.: ein Verzeichnis seiner Werke 1985; NGroveDO 2 (1992); Orpheus im Exil 1995; Erhart 1998; Personenlex. Öst. 2001; Goertz 1989.
ETH