Borosini, Familie
Antonio: * ca. 1655 Venedig oder Modena, † nach 1711 Wien. Sänger (Tenor).

Tenorist in Venedig und Modena, 1692–1711 als Hofsänger in Wien nachzuweisen. Sein Sohn

Francesco: * ca. 1690 Modena, † nach 1747. Sänger (Tenor) und Impresario. Ausbildung durch den Vater, erscheint 1712–31 als Tenorist der kaiserlichen Hofmusikkapelle in Wien auf, wirkte 1723 in Prag bei der Aufführung der Oper Costanza e fortezza von J. J. Fux anlässlich der Krönung Karls VI. zum König von Böhmen mit, ging 1724 nach London und wirkte in G. F. Händels Operntruppe am King’s Theatre am Haymarket mit. Nach seiner Rückkehr aus England wieder am Wiener Hof, übernahm er 1726 gemeinsam mit dem Tänzer J. C. Sellier die Leitung des Kärntnertortheaters. Die beiden ignorierten anfänglich das von Karl VI. ausgesprochene Opernspielverbot; spielten v. a. Komödien mit eingestreuten musikalischen Intermedien (sog. Musica Bernesca, benannt nach dem Dichter Francesco Berno). B. machte 1749 Reformvorschläge für die Wiener Theater.

Schr: Memoria del Sigr. B., da l’Impresa delle Opere in Vienna 1749.

Dessen Gattin Rosa (geb. d’Ambreville): * 27.6.1698 Modena, † nach 1740 Wien. Sängerin (Sopran). 1721–40 in der kaiserlichen Hofkapelle in Wien, wirkte neben ihrem Mann und ihrer Schwester Anna Perroni 1723 in Prag bei der Aufführung der Oper Costanza e fortezza von J. J. Fux zur Krönung Karls VI. zum böhmischen König mit.

Lit: MGG 3 (2000); NGroveD 3 (2001); K-R 1997; MGÖ 2 (1995); MiÖ 1989; H. Seifert in H. White (Hg.), Johann Joseph Fux and the Music of the Austro-Italian Baroque 1992; Zechmeister 1971.

BB