Die Familie übersiedelte 1793 nach Prag; dort Studium bei Abbé M. Vogler, der ihn 1803 nach Wien mitnahm, wo er Bratsche und später Geige im Orchester des Theaters an der Wien spielte. 1842–44 Regens chori der Piaristenkirche. 1828 Gründung des bis 1834 bestehenden Musikvereins in der Pfarre Josefstadt. Hielt in seiner Wohnung Vorlesungen über Harmonielehre, 1823 war Ad. Müller sein Schüler. Hatte eine führende Stellung im Wiener Musikleben.
Schr: Abhandlung über die Eigenthümlichkeit des Flagolets.
W: Oper (Don Sylvio von Rosalva, der Feenritter 1810); 2 Melodramen; Schauspielmusiken; Symphonien; 1 große Messe; Ouvertüren und Märsche; Opern-Potpourris; Lieder; Chöre und Entreacts; Kammermusik; Übungsstücke für V.
Casimir: * August 1787 Brüssel, † 22.6.1849 Lausanne/CH. Geiger und Dirigent. Nach der Ausbildung in Prag bei Abbé Vogler war er 1811–14 Geiger am Theater an der Wien. 1814–16 Kapellmeister in den Theatern von Baden und Pressburg, 1816–19 in Brünn, dann wieder Baden und Pressburg. 1821–46 Dirigent der Allgemeinen Musikgesellschaft im Kasino in Zürich. Ab 1846 Musikdirektor in Lausanne.
W: Messe; Motetten; Kantate Preis Dir Gott; Ouvertüre nach Motiven aus Schweizerischen Volksliedern; Märsche; Entreacts; Lieder; Violinvariationen.
Lit: MGG 12 (1965), 388; Refardt 1928; M. Fehr, H. C. Ott-Usteri und seine Aufzeichnungen über das Züricherische Musikleben 1834–1866, 1927.
Leopold: * 1790 Ostende/B, † ?. Geiger. Bis 1814 Geiger am Theater an der Wien, dann an den Theatern in Pressburg und Baden. Danach Kammervirtuose des Grafen Joseph Erdödy.
W: Messe; Violinvariationen; Kadenzen; Streichquartette und -trios; Märsche und Deutsche Tänze.
Lit: MGG 3 (2000); MGG 15 (1973); Czeike 1 (1992); ÖBL 1 (1957); Wurzbach 1 (1856); Stieger II/1 (1977); Riemann 1959; O. Biba in [Fs.] 250 Jahre Piaristenpfarre Maria Treu 1969; Pazdirek I/2 (1904); Ms. (Gesellschaft der Musikfreunde Wien).
AH