Baur (versch. Schreibweisen), Rocko
* ? † ?, erwähnt 1764–1777. Holzblasinstrumentenmacher.

Über ihn sind praktisch keine biographischen Daten bekannt. In den Adressenverzeichnissen oder Steuerbüchern findet sich kein Eintrag. Erschwerend für die Forschung wirkt sich die Vielzahl der Namensschreibweisen aus, mit denen B. in den Rechnungsbüchern von Schloss Esterháza aufscheint: Rocobaur, Rocco Baur, Roccenpauer, Rucenbauer, Rochbaur u. a. In der jüngeren Literatur wird er darüber hinaus mit dem Instrumentenmacher Mathias Rockobaur identifiziert. Archivalische Quellen belegen, dass der Hof auf Esterháza 1764/65 bei ihm Oboen-, Englischhorn- und Fagottrohrblätter bestellte. 1777 erfolgte eine Reparatur von Englischhörnern. In einem Brief J. Haydns an Fürst N. Esterházy vom 5.12.1766 wird erwähnt, dass„ein Meister Rockobauer in Wienn sich befinde, welcher meines erachtens dissfahls der kündigste ist.“ Haydn empfiehlt, ein Paar Oboen mit je einem zusätzlichen Mittelstück bei dem Instrumentenmacher zu bestellen, der Preis betrage 8 Dukaten. Es ist nicht bekannt, ob die Bestellung durchgeführt wurde. Young weist 19 Instrumente nach, die Mehrzahl befindet sich in österreichischen und ungarischen Sammlungen.

Lit: H. C. Robbins Landon, Joseph Haydn. Gesammelte Briefe und Aufzeichnungen 1965, 55; W. Waterhouse, The New Langwill Index 1993; Ph. T. Young, 4900 Historical Woodwind Instruments 1993; Ph. T. Young, [Kat.] Die Holzblasinstrumente im OberösterreichischenLandesmuseum 1997, 84.

RHo